Während die Pandemie in vielen Wirtschaftssektoren für heftige Kursschwankungen sorgte, bleibt der deutsche Immobilienmarkt unbeeindruckt. „Die Corona-Krise zeigt bislang keine wesentlichen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Postbank. Der Preistrend zeigt bereits im vergangenen Jahr nach oben und behielt diesen Kurs auch bei. Doch wie stark steigen die Preise für Immobilien in Deutschland? Und wo ist ein Quadratmeter Wohnfläche am kostspieligsten?

Schöner Teurer Wohnen

Die jährlich erscheinende Studie der Postbank zu den Immobilienpreisen in Deutschland offenbart auch in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Preise. Laut Wohnatlas 2021 mussten Kaufinteressenten inflationsbereinigt etwa 9,6 Prozent mehr für ihre Traumimmobilie ansparen als im Vorjahr. Damit setzt sich ein Aufwärtstrend fort, denn bereits im Jahr zuvor kletterte der Preis um 9,3 Prozent in die Höhe. Ein besonderer Einfluss der Krise auf entsprechende Entwicklung ist demnach nicht erkennbar. Auch zwischen den unterschiedlichen Wohnsituationen lassen sich laut Postbank kaum Unterschiede feststellen: „Wohnimmobilien verteuerten sich sowohl in den Großstädten und ihrem Umland, als auch in ländlichen Lagen“. In insgesamt 94 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte ist der Immobilienpreis angestiegen.

Wo die Schoschonen schön wohnen

Ein Immobilienkauf ist immer eine kostspielige Investition, doch in diesen sieben Städten ist der Quadratmeter am teuersten:

  • München
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Berlin
  • Stuttgart
  • Düsseldorf
  • Köln

Die Spitzenposition der bayerischen Hauptstadt ist kaum eine Überraschung. Der Preis pro Quadratmeter liegt dort mit etwa 8.600 Euro deutlich vor Frankfurt am Main mit ungefähr 6.000€/m². Das Schlusslicht der sogenannten „Big Seven“ bildet Köln. Hier kostet der Quadratmeter mit circa 4.200 Euro grade mal halb so viel wie in München.
Auch im Umland der sieben kostspieligsten Städte steigen die Preise für Wohnimmobilien – teilweise sogar deutlich stärker als in den dicht besiedelten Metropolen. Den größten Preissprung verzeichnete Potsdam-Mittelmark mit knapp 25 Prozent. In Landsberg am Lech steig der Preis um etwa 18 Prozent.
Grund für die hohen Preise und den stetigen Preisanstieg ist neben dem aktuell niedrigen Bauzins vor allem die Regulierung über Angebot und Nachfrage. „Einzelne Objekte etwa in den urbanen Szenevierteln könnten in einem überhitzten Markt überteuert angeboten werden“, erklärt Eva Grunwald gegenüber Das Investment.

Staustelle

Darüber hinaus könnte auch der Bauüberhang Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) gewährt Einblicke in die Lücke: Etwa 790.000 Wohnungen wurden genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Der Wert hat sich laut Bericht in den vergangenen Jahren trotz steigender Neubauaktivität zunehmen erhöht. Im Jahr 2020 wurden geschätzte 300.000 Wohnungen errichtet. Für 2021 wird mit etwa 310.000 gerechnet.

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Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH